Asiatische Mörtelbiene - Schweiz forscht - Citizen Science in der Schweiz

Was ist Citizen Science?

Citizen Science wird immer mehr als ein Sammelbegriff für die vielen Herangehensweisen verwendet, wie Freiwillige in der Wissenschaft beteiligt werden.

mehr Infos

Tiere

Asiatische Mörtelbiene

Wir suchen die erste eingewanderte Wildbiene Europas, die Asiatische Mörtelbiene (Megachile sculpturalis Smith, 1853).

Asiatische Mörtelbiene auf Lavendel Redecker, Gran 2019
  • Biodiversität
  • Insekten
  • invasive Art
  • exotische Art
  • Wildbiene
  • Bestäuber
  • Biene
  • Hautflügler
  • Monitoring
  • Insektenhotel
  • Nisthilfe
Kategorie: Tiere
Aktivität: beobachten, fotografieren, messen, sammeln
Kanton: Alle
Projekt aktiv: Ja

Worum geht es in dem Projekt konkret?

Die Heimat der Asiatischen Mörtelbiene (Megachile sculpturalis Smith, 1853) liegt weit entfernt in Japan, China, Korea und Taiwan. Vor rund zehn Jahren wurde die Asiatische Mörtelbiene als erste gebietsfremde Wildbiene Europas in Frankreich entdeckt und breitete sich seitdem in rascher Geschwindigkeit über ganz Europa aus.

Ende Juni kann man zunächst die Männchen der Asiatischen Mörtelbiene beobachten und nur wenige Wochen später tauchen die Weibchen auf und fliegen bis ca. Mitte September. Die Asiatische Mörtelbiene benötigt für ihre Nachkommen Hohlräume in Totholz. Aus diesem Grund bewohnen sie häufig künstliche Nisthilfen, sogenannte „Bienenhotels“.  Aber auch beim Nektar- und Pollensammeln kann man die Asiatische Mörtelbiene gut beobachten. Pollen sammeln sie bevorzugt von exotischen Pflanzen, welche in Mitteleuropa häufig als Zierpflanzen eingeführt wurden und Garten und Parks schmücken, wie etwa der Japanische Schnurbaum (Sophora japonica). 

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die wissenschaftliche Erforschung der Asiatischen Mörtelbiene zielt darauf ab, mögliche negative ökologische Konsequenzen auf das neu besiedelte Gebiet aufzuzeigen. Ziel des Monitorings ist es, die Asiatische Mörtelbiene in der Schweiz, Lichtenstein und in Österreich ausfindig zu machen, ihr rasches Ausbreitungsverhalten in den Alpenländern genauer unter die Lupe zu nehmen und ihre Vorlieben hinsichtlich Pflanzen- und Nistplatzwahl zu untersuchen. Die anonymisierten Fundortsangaben und ethologischen Daten werden in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht.

Zudem verfolgt dieses Projekt auch das Ziel, die TeilnehmerInnen für die lokale Fauna zu sensibilisieren und sich intensiv mit Wildbienen und deren Schutz auseinander zu setzen. Die Citizen Scientists bekommen ein Gespür für die möglichen Auswirkungen von absichtlich und unabsichtlich eingeführten gebietsfremden und invasiven Arten. Den Mitforschenden wird ein neuer Blickwinkel aufgezeigt in Hinblick auf künstliche Nisthilfen und aktive Eingriffe in ökologische Systeme. Den Beteiligten wird vermittelt, mit welch einfachen Maßnahmen Wildbienen sowie andere Insekten unterstützt werden können. Zudem werden sie Teil der Wissenschaft und bekommen einen Einblick, wie Prozesse in der Forschung funktionieren.